Die Liebe hat sich gewandelt:
Sie ist nun unendlich zart
und doch so stark,
still
und dennoch voller Lebendigkeit,
fern,
aber in jedem Augenblick gegenwärtig;
sie ist geheimnisvoll
und doch ganz klar,
rein und frei
von allen Dingen dieser Welt.
Nun ist sie daheim
in der Geborgenheit des Herzens,
im Schutze der Erinnerungen:
unantastbar,
unbesiegbar,
unverlierbar.
Irmgard Erath
Abschiednehmen
sich trennen
aufgeben
einen Teil von sich selbst
etwas dem Wind überlassen
den Fluten
dem Wasser
das Sterben lernen
jeden Tag ein wenig
für das Neue
das folgt
Und die Liebe ist unsterblich
und der Tod nur ein Horizont
und ein Horizont ist nur
die Grenze unseres Blickes
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Ich gehe langsam aus dieser Welt heraus
und was ich war und was ich bin und was ich bleibe
geht mit mir ohne Ungeduld und Eile
in ein noch nicht betretenes Land
Hans Sahl
Eine Wolke weiß nicht,
warum sie sich in einer gewissen Richtung
und mit genau dieser Geschwindigkeit bewegt.
Sie spürt einen inneren Drang und weiß,
wo der richtige Ort liegt.
Aber der Himmel kennt den Grund und das Muster,
dem alle Wolken folgen.
Und auch du wirst das erfahren
wenn du dich hoch genug in die Lüfte erhebst
um hinter den Horizont zu blicken.
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1
In dem Moment, in dem man erkennt,
dass den Menschen, den man liebt,
die Kraft zum Leben verlässt,
…wird alles still.
Jeder Tag ist der Anfang des Lebens.
Jedes Leben der Anfang der Ewigkeit
Rainer Maria Rilke
Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus,
gleitet über stille Seen, Felder und Wälder
dem Licht entgegen.
Darin nämlich täuschen wir uns,
dass wir den Tod vor uns sehen:
ein großer Teil des Todes ist schon vorbei.
Alles, was von unserem Leben hinter uns liegt,
gehört ihm.
Seneca
Auch der schönste Sommer will
einmal Herbst und Welke spüren,
Halte, Blatt, geduldig still,
wenn der Wind dich will entführen.
Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
lass es still geschehn,
lass vom Wind, der dich bricht,
dich nach Hause wehen.
Hermann Hesse
Erinnerungen sind kleine Sterne,
die tröstend in das Dunkel unserer Trauer leuchten.
Irmgard Erath
2
Der Tod ist die uns zugewandte Seite
jenes geheimnisvollen Ganzen,
dessen andere Seite die Auferstehung ist.
Romano Guardini
Alles hat seine Zeit.
eine Zeit, geboren zu werden, eine Zeit zu sterben;
eine Zeit zu suchen, eine Zeit zu verlieren;
eine Zeit zu lachen, eine Zeit zu weinen;
eine Zeit zu reden, eine Zeit zu schweigen;
eine Zeit, beisammen zu sein;
eine Zeit, sich zu trennen.
Der Tod ist nicht das Ende,
nicht die Vergänglichkeit,
der Tod ist nur die Wende,
Beginn der Ewigkeit.
Zu meiner Todesstunde
wünsche ich mir,
leise gehen zu dürfen,
ruhig einzutauchen in das Licht,
von dem ich manchmal träume.
Margot Bickel
Alles hat seine Zeit,
es gibt eine Zeit der Freude,
eine Zeit der Stille,
eine Zeit des Schmerzes, der Trauer
und eine Zeit der dankbaren Erinnerung.
Was aber dem Leben Sinn verleiht,
gibt auch dem Tod Sinn.
Es ist leicht zu sterben,
wenn es in der Ordnung der Dinge liegt.
Antoine de Saint-Exupéry
3
Die Erinnerung ist ein Fenster,
durch das ich Dich sehen kann,
wann immer ich will.
Den Weg, den Du vor Dir hast,
kennt keiner.
Nie ist ihn einer so gegangen,
wie Du ihn gehen wirst.
Es ist Dein Weg.
Der Tod ist ein Schritt über den Horizont.
Der Horizont ist nicht die Grenze des Seins,
sonders die Grenzen des Sehens.
Liebe und Erinnerung ist das, was bleibt,
lässt viele Bilder vorüberziehen,
uns dankbar zurückschauen
auf die gemeinsam verbrachte Zeit.
Glückliche Jahre
voller Trauer, weil sie vorüber,
voller Dankbarkeit, dass sie gewesen.
4
Wir waren verschworen, wären füreinander gestorben,
haben den Regen gebogen, uns Vertrauen geliehen.
Wir haben versucht, auf der Schussfahrt zu wenden,
nichts war zu spät, aber vieles zu früh.
Herbert Grönemeyer
Ich bin nur eine kleine Welle auf dem Ozean.
Die Welle kommt und geht.
Der Ozean bleibt, ist immer da.
Was man tief in seinem Herzen besitzt,
kann man nicht durch den Tod verlieren.
Joh. Wolfgang v. Goethe
Jeder stirbt,
aber keiner ist tod.
tibetanisches Sprichwort
Das einzig Wichtige im Leben
sind die Spuren von Liebe,
die wir hinterlassen,
wenn wir weggehen.
Albert Schweitzer
5
Ich glaube, daß wenn der Tod unsere Augen schließt,
wir in einem Lichte stehn, von welchem unser
Sonnenlicht nur der Schatten ist.
Arthur Schopenhauer
Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann,
steht in den Herzen seiner Mitmenschen.
Albert Schweitzer
Niemand kennt den Tod, es weiß auch keiner,
ob er nicht das größte Geschenk für den Menschen ist.
Dennoch wird er gefürchtet, als wäre es gewiß,
daß er das schlimmste aller Übel sei.
Sokrates
Von guten Mächten wunderbar geborgen
Erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
Und ganz gewiß an jedem neuen Tag.
Dietrich Bonhoeffer
Die Liebe ist stärker als der Tod
und die Schrecken des Todes.
Allein die Liebe erhält
und bewegt unser Leben.
Iwan Turgenjew
6
Unser Leben ist der Fluss,
der sich ins Meer ergießt,
das „Sterben“ heißt.
Federico García Lorca
Leuchtende Tage.
Nicht weinen, dass sie vorüber.
Lächeln, dass sie gewesen!
Konfuzius
Der Tod ist der Grenzstein des Lebens,
aber nicht der Liebe.
Trennung ist unser Los,
Wiedersehen unsere Hoffnung
... und alles Getrennte findet sich wieder.
Menschen treten in unser Leben und begleiten
uns eine Weile. Einige bleiben für immer,
denn sie hinterlassen ihre Spuren in unseren
Herzen.
7
Bedenke stets, dass alles vergänglich ist
dann wirst du im Glück nicht so friedlich
und im Leid nicht so traurig sein.
Nicht gestorben - nur vorangegangen.
Das Schönste, was ein Mensch hinterlassen kann,
ist ein Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken.
Wenn wir aus dieser Welt durch Sterben uns begeben,
So lassen wir den Ort, wir lassen nicht das Leben.
Nikolaus Lenau
Da ist ein Land der Lebenden und ein Land der Toten.
Und die Brücke zwischen ihnen ist die Liebe - das einzig Bleibende, der einzige Sinn.
Thornton Wilder
8
Ich gehe langsam aus der Welt heraus
in eine Landschaft jenseits aller Ferne
und was ich war und bin
und immer bleiben werde
geht mit mir ohne Ungeduld und Eile
in ein bisher noch nicht betret´nes Land.
Hans Sahl
Die Bande der Liebe werden mit dem Tod nicht durchschnitten.
Thomas Mann
Auf den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit dahin.
Jean de La Fontaine
Im Meer des Lebens,
Meer des Sterbens,
in beiden müde geworden,
sucht meine Seele den Berg,
an dem alle Flut verebbt.
Japan, 7. Jahrhundert
Wer einen Fluß überquert
muß die eine Seite verlassen.
Mahatma Gandhi
9
Nicht alle Schmerzen sind heilbar,
denn manche schleichen sich tiefer ins Herz hinein,
und während die Tage verstreichen, werden sie Stein.
Du lachst und sprichst, als wenn nichts wäre,
sie scheinen geronnen zu Schaum,
doch Du spürst ihre lastende Schwere bis in den Traum.
Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,
die Welt wird ein Blumenmeer,
aber in Deinem Herzen ist eine Stelle, die blüht nicht mehr.
Ricarda Huch
Das Sichtbare ist vergangen,
es bleibt das Leben,
die Wahrheit, die Liebe und die Erinnerung.
Erinnerungen, die unser Herz berühren,
gehen niemals verloren.
Jeder Augenblick im Leben
ist ein Schritt zum Tode hin.
Pierre Corneille
Und meine Seele spannte,
weit ihre Flügel aus.
Flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.
Josef von Eichendorff
10
Und wenn du dich getröstet hast,
wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.
Du wirst immer mein Freund sein.
Du wirst dich daran erinnern,
wie gerne du mit mir gelacht hast.
Antoine de Saint-Exupéry
Und es wird dir Schmerz bereiten,
es wird aussehen, als wäre ich tot,
und das wird nicht wahr sein...
Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es sein, als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.
Du allein wirst Sterne haben, die lachen können.
Und wenn du dich getröstet hast,
wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.
Du wirst Lust haben, mit mir zu lachen.
Und deine Freunde werden erstaunt sein,
wenn sie sehen, dass du den Himmel anblickst und lachst.
Antoine de Saint Exupéry
Ich gehe meinen Weg
vertrauend darauf,
dass er mich nicht an ein Ende,
sondern an das Ziel führt.
11
Die Raupe nennt es das Ende
Der Rest der Welt - Schmetterling
Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken riechen.
Novalis
Niemand kennt den Tod;
es weiß auch keiner,
ob er nicht das größte Geschenk für den Menschen ist.
Dennoch wird er gefürchtet, als wäre es gewiss,
dass er das Schlimmste aller Übel sei.
Sokrates
Ich glaube,
dass wenn der Tod unsere Augen schliesst,
wir in einem Lichte stehn,
von welchem unser Sonnenlicht nur Schatten ist.
Arthur Schopenhauer
In mir ist es finster - aber bei dir ist das Licht.
Ich bin einsam - aber du verlässt mich nicht.
Ich bin kleinmütig - aber bei dir ist Hilfe.
Ich bin unruhig - aber bei dir ist Friede.
In mir ist Bitterkeit - aber bei dir ist Geduld.
Ich verstehe deine Führung nicht –
aber du weißt den Weg für mich.
Dietrich Bonhoeffer
12
Denk dir ein Bild:“weites Meer“.
Ein Segelschiff setzt seine weißen Segel
und gleitet hinaus in die offene See.
Du siehst, wie es kleiner wird.
Wo Wasser und Himmel sich treffen, verschwindet es.
Da sagt jemand: „Nun ist es gegangen.“
Ein anderer sagt: „Es kommt.“
Der Tod ist ein Horizont, als die Grenze unseres Sehens.
Wenn wir um einen Menschen trauern,
freuen sich andere, ihn hinter der Grenze wiederzusehen.
Wir wollen nicht trauern, dass wir dich verloren haben,
sondern dankbar sein dafür,
dass wir dich gehabt haben, ja auch jetzt noch besitzen,
denn wer heimkehrt zum Herrn,
bleibt in der Gemeinschaft der Gottesfamilie und ist nur vorausgegangen.
Hieronymus
Hier auf dieser Erde haben wir das Bild und die Gestalt des irdischen Menschen getragen.
In der Auferstehung werden wir das Bild und die Gestalt des himmlischen Menschen gewinnen:
das Bild Gottes.
Aus 1. Korinther 15
Hier geht die Sonne unter und es wir dunkel, doch dort geht sie auf und vergoldet alles mit ihrem Schein.
Einmal öffnet sich die Tür,
und ich steh nicht mehr im Dunkeln,
steh im Saal, da ohne Zahl Sterne tausendstrahlig funkeln.
Klage nicht, mein Herz, vertrau,
einmal wird sich alles wenden.
Einer hält wie alle Welt, so auch mich in seinen Händen.
Gerhard Fritzsche
13
Überall sind Spuren deines Lebens,
Gedanken, Bilder, Augenblicke und Gefühle.
Sie werden uns immer an dich erinnern.
Alles hat seine Zeit,
sich begegnen und verstehen,
sich halten und lieben,
sich loslassen und erinnern.
Nicht das Freuen, nicht das Leiden
stellt den Wert des Lebens dar,
immer nur wird das entscheiden,
was der Mensch dem Menschen war.
Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.
J. v. Eichendorff
Alles verändert sich, aber dahinter ruht ein Ewiges.
Goethe
14
Es git nichts,
was die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann.
Je schöner und voller die Erinnerung,
desto härter die Trennung,
aber die Dankbarkeit schenkt in der Trauer eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne
wie ein kostbares Geschenk in sich.
Dietrich Bonhoeffer
Das Leben endet, die Liebe nicht.
Der Tod kommt nur einmal,
und doch macht er sich in allen Augenblicken
des Lebens fühlbar.
Es ist herber, ihn zu fürchten, als ihn zu erleiden.
Jean de La Bruyère
Wechselnde Pfade, Schatten und Licht,
alles ist Gnade, fürchte dich nicht.
Öffne unsere Herzen, damit wir erkennen,
dass Du das Leben und die Wahrheit bist.
15
Ich bin nicht tot, ich tausche nur Räume,
ich leb in euch und geh durch eure Träume.
Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.
Dietrich Bonhoeffer
Wohin gehen wir?
Nach Hause!
Novalis
Sterben ist das Auslöschen der Lampe im Morgenlicht,
nicht das Auslöschen der Sonne.
Rabindranath Tagore
Der Tod löscht das Licht des Lebens aus,
aber niemals das Licht der Liebe.
Irmgard Erath
16
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem Tag.
Dietrich Bonhoeffer
Des Menschen Seele gleicht dem Wasser -
zum Himmel steigt es und hernieder zur Erde.
Der Tod ist die uns zugewandte Seite jenes Ganzen,
dessen andere Seite Auferstehung heißt.
Guardini
Von allen Seiten umgibst Du mich
und hälst Deine Hand über mir.
Psalm 139,5
Der Tod ordnet die Welt neu,
scheinbar hat sich nichts verändert,
und doch ist die Welt für uns ganz anders geworden.
17
Ein jeder steht allein auf dem Herzen der Erde
getroffen von einem Sonnenstrahl
und schon ist es Abend.
Salvatore Quasimodo
Was wir bergen in den Särgen ist das Erdenkleid, was wir lieben, ist geblieben, bleibt in Ewigkeit.
J.W. von Goethe
Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang der Welt,
die unsichtbar sich um uns weitet.
Wahrlich, keiner ist weise,
der nicht das Dunkel kennt,
das unentrinnbar und leise
von allen ihn trennt.
Hermann Hesse
Inneres Glück ist nicht von materiellen Umständen abhängig.
Es wurzelt in unserem Geist.
Dalai Lama
18
Jedes Lächeln, jedes Wort, jeder Schritt, jede Träne, jedes Schweigen, jedes Zögern
ist nur ein Tropfen im See des Lebens.
Aber der große See besteht aus vielen kleinen Tropfen,
von denen jeder einzelne bedeutsam ist.
Nimmer vergeht, was du liebend getan.
Befiehl dem Herrn deine Wege
und hoffe auf Ihn;
er wird‘s wohl machen.
Psalm 37,5
Wir sind von Gott umgeben,
auch hier in Raum und Zeit
und werden sein und leben
in Gott in Ewigkeit.
Arno Pötzsch
Auch der schönste Sommer will
einmal Herbst und Welke spüren,
Halte, Blatt, geduldig still,
wenn der Wind dich will entführen.
Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
lass es still geschehn,
lass vom Wind, der dich bricht,
dich nach Hause wehen.
Hermann Hesse
19
Schick mir keinen Engel der alle Dunkelheit bannt
aber einen der mir ein Licht anzündet
Schick mir keinen Engel der alle Antworten kennt
aber einen der mit mir die Fragen aushält
Schick mir keinen Engel der allen Schmerz wegzaubert
aber einen der mit mir Leiden aushält
Schick mir keinen Engel der mich über die Schwelle trägt
aber einen der in dunkler Stunde noch flüstert
Fürchte dich nicht
Es gibt Schicksalsschläge im Leben
zu denen man keine Worte findet.
Manchmal bist du in unseren Träumen,
oft in unseren Gedanken
und immer in unseren Herzen.
Menschen, die man liebt
sind wie Sterne.
Sie können funkeln und leuchten
noch lange nach ihrem Erlöschen.
In mir ist es finster - aber bei dir ist das Licht.
Ich bin einsam - aber du verlässt mich nicht.
Ich bin kleinmütig - aber bei dir ist Hilfe.
Ich bin unruhig - aber bei dir ist Friede.
In mir ist Bitterkeit - aber bei dir ist Geduld.
Ich verstehe deine Führung nicht –
aber du weißt den Weg für mich.
Dietrich Bonhoeffer
20
Denk dir ein Bild:“weites Meer“.
Ein Segelschiff setzt seine weißen Segel und gleitet hinaus in die offene See.
Du siehst, wie es kleiner wird.
Wo Wasser und Himmel sich treffen, verschwindet es.
Da sagt jemand: „Nun ist es gegangen.“
Ein anderer sagt: „Es kommt.“
Der Tod ist ein Horizont, als die Grenze unseres Sehens.
Wenn wir um einen Menschen trauern,
freuen sich andere, ihn hinter der Grenze wiederzusehen.
Hier auf dieser Erde haben wir das Bild und die Gestalt des irdischen Menschen getragen.
In der Auferstehung werden wir das Bild und die Gestalt des himmlischen Menschen gewinnen:
das Bild Gottes.
Aus 1. Korinther 15
Hier geht die Sonne unter
und es wir dunkel,
doch dort geht sie auf
und vergoldet alles mit ihrem Schein.
Liebet einander,
liebet und wisst,
dass Gott Liebe ist.
Es ist vorbei.
Ganz ruhig bin ich jetzt.
Erlöst, befreit, mir selbst zurückgegeben.
Kein Wusch, kein Wollen,
nichts mehr, was verletzt.
Gestorben bin ich nur zu neuem Leben.
21
Die Zeit heilt nicht alle Wunden,
sie lehrt uns nur,
mit dem Unbegreiflichen zu leben.
Der Tod ist nicht der Untergang,
der alles aufhebt und zerstört,
sondern eine Wanderung und
der Beginn eines anderen Lebens,
welches ein Ende nicht hat.
Auf Grund der Übereinstimmung
aller Volker halten wir dafür,
dass die Seelen weiterleben.
Cicero
So, wie ein Blatt vom Baum fällt,
so geht ein Mensch aus dieser Welt
und alle Vögel singen weiter.
Matthias Claudius
Menschenleben sind wie Blätter,
die lautlos fallen.
Man kann sie nicht aufhalten
auf ihrem Weg.
Später, wenn...
später, wenn Stunden leiser in Tage fallen,
Krankheit zur Stille zwingt,
später, wenn Füße zu kraftlos und müde sind,
der Abwechslung nachzujagen,
später, wenn plötzlich vieles verstummt,
alles Gute zerrinnt,
dann wird sich manch einer fragen,
warum haben wir nicht damals erkannt,
dass später gleich beginnt.
Ich hätte früher aufgehört,
später zu sagen.
22
Lass die Trauer bei dir sein,
bis die Zeit dich behutsam
aus ihrer Umarmung löst.
Irmgard Erath
Niemand kennt den Tod und niemandweiß,
ob er nicht für den Menschen das allergrößte Glück ist.
Sokrates
Mich lässt der Gedanke an den Tod in völliger
Ruhe.
Ist es doch so, wie mit der Sonne,
wir sehen sie am Horizont untergehen,
aber wir wissen, dass sie „drüben“ weiterscheint.
Goethe
Jenseits von Richtig und Falsch
gibt es einen Ort.
Dort treffen wir uns
Rumi
Niemand weiß,
woher es kommt und wohin es geht.
Das Leben ist von kurzer Dauer
und unabwendbar ist das Sterben.
Ob jung, ob alt, ob froh, ob schmerzgeplagt,
alle Wesen gehen dahin.
Nichts was lebt,
entgeht der Krankheit, dem Alter und dem Tod.
23
Einen Menschen zu lieben heißt,
ihn so zu sehen,
wie Gott ihn gemeint hat.
Dostojewski
Freunschaft ist die Hochzeit der Seelen
Voltaire
Das, worauf es ankommt,
können wir nicht vorausberechnen.
Die schönste Freude erlebt man immer da,
wo man sie am wenigsten erwartet.
Antoine de Saint Exupéry
Wenn du mich in deinem Herzen suchst,
wirst du zuletzt mit mir vereinigt sein.
Bhagavad Gita
Das Unsterbliche wird von der Welt verschleiert.
Der Geist des Lebens ist das Unsterbliche.
Upanishaden
24
Alles ist Werden, Sein und Vergehen.
Ich lebe im Hier und Jetzt und fühle den Augenblick,
verstehe mich selbst –
Als Teil des Ganzen –
Gleich einer Träne im Meer.
Auf meinem Weg habe ich dich getroffen,
du berührtest mein Herz.
Ein Traum, ein Traum nur
Ist unser Leben auf Erden hier.
Wie Schatten auf den Wogen
Schweben und scheiden wir.
Und messen unsere kurzen
Lebensschritte nach Zeit und Raum.
Und sind, wir wissen´s kaum –
Inmitten aller Ewigkeit.
Unausdenkbar ist ein Beginn des ewigen Daseins.
Ein Ende der Daseinsrunden ist nicht zu erkennen.
Es ist ein ewiges Werden und Vergehen.
25
Fortgehen ins Unbekannte und Namenlose
Heißt doch auch, die Last des Daseins
und die Leiden des Daseins abgeworfen zu haben.
Das Leben der sterblichen Wesen kommt und es geht wieder.
Alles Wachsen ist ein Sterben,
jedes Werden ein Vergehen.
Alles Lassen ein Erleben,
jeder Tod ein Auferstehn.
Tagore
Alles was schön ist, bleibt auch schön,
auch wenn es welkt.
Und unsere Liebe bleibt Liebe,
auch wenn wir sterben.
Maxim Gorki
Bedenke stets, dass alles vergänglich ist
dann wirst du im Glück nicht so friedlich
und im Leid nicht so traurig sein.
Sokrates
26
Das Leben ist ein Geschenk, das wir
verdienen, indem wir es hingeben.
Tagore
Das Leben ist kurz,
aber doch von unendlichem Wert,
denn es birgt den Keim
der Ewigkeit in sich.
Franz von Sales
Dem Leben sind Grenzen gesetzt,
die Liebe ist grenzenlos.
Der Gedanke an die Veränderlichkeit aller Dinge
ist ein Quell unendlichen Leids
und ein Quell unendlichen Trostes.
Marie von Ebner-Eschenbach
Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nicht mangeln,
und ob ich schon wandere
im finsteren Tal,
fürchte ich kein Unglück,
denn du bist bei mir.
Ps. 23
27
Der Tod kann auch Erlösung sein.
Die Größe eines Flusses wird
erst an seiner Mündung begriffen
nicht an seiner Quelle.
Du warst mein Papa.
Papa ich vergess dich nicht.
Wenn mein Glücksstern sinkt,
nichts mehr gelingt,
seh' ich im Nebel dein Gesicht.
Trude Herr
Einschlafen dürfen, wenn man müde ist,
und eine Last fallen lassen dürfen,
die man sehr lange getragen hat,
das ist eine köstliche, eine wunderbare Sache.
Hermann Hesse
Entreiß Dich, Seele, nun der Zeit.
Entreiß Dich Deine Sorgen.
Und mache Dich zum Flug bereit.
In den ersehnten Morgen.
Hermann Hesse
28
Erst, wenn dein begehrender Wille,
dankbar zum Schweigen gebracht,
vernimmst du die Stimme der Stille,
die großen Gespräche der Nacht.
Ich sterbe nicht, ich trete ins Leben ein.
Theresia von Lisieux
Niemals geht man so ganz,
ein Teil von dir bleibt hier.
Bläck fööss
Siehe, ich bin bei euch alle Tage
bis an der Welt Ende.
Matthäus 28,20
Sie ist nun frei
und unsere Tränen
wünschen ihr Glück.
Goethe
29
Aus:
Die Kunst des letzten Augenblicks
Todesgedichte japanischer Zenmeister
von Yoel Hoffmann
Klarer Himmel -
einst kam ich diesen Weg entlang,
Jetzt gehe ich ihn zurück.
Gitoku
Mit leeren Händen kam ich in diese Welt,
Barfuß verlasse ich sie.
Mein Kommen, mein Gehen -
Zwei einfache Ereignisse,
Ineinander verwoben.
Kozan Ichikyo
Die ganze eiskalte Nacht hindurch lag ich wach.
Beim Klang der Morgenglocken wurde mein Herz klar -
aus dieser fließenden Traumwelt erwacht die Morgenröte.
Shume
Da ich geboren wurde
muß ich sterben,
nun denn...
Kisei
Schau direkt vor dich. Was ist da?
Wenn du es siehst, wie es ist,
Wirst du nie fehlgehen.
Bassui Tokusho
Die Melodie des Nicht-Seins
Erfüllt die Leere:
Frühjahrssonne,
Schneesweiße,
Strahlende Wolken,
Reiner Wind
Daido Ichi´i
Einatmen, Ausatmen,
Vor, zurück,
Leben, Sterben:
Pfeile, einander entgegenfliegend,
Treffen sich halben Weges und durchdringen
Die Leere in absichtslosem Flug -
So kehre ich zurück zur Quelle
Gesshu Soko
Wenn es kommt - einfach so!
Wenn es geht - einfach so!
Kommen wie Gehen ereignet sich jeden Tag.
Die Worte, die ich jetzt spreche - einfach so!
Musho Josho
Wer kommt, weiß nur um sein Kommen,
Wer geht, weiß nur um sein Gehen.
Um Befreiung zu finden aus diesem Zwiespalt -
Warum sich festklammern am Kliff?
Wolken treiben tief,
Wissen niemals, wohin die Winde sie wehen.
Sengai Gibon
Die Wahrheit wird niemals
Von anderen erworben.
Du trägst sie immer
In dir.
Katsu
Ich wurde in diese Welt geboren,
Ich verlasse sie mit dem Tod.
Gizan Zenrai
Kommen, alles ist zweifelsfrei und klar.
Gehen, alles ist zweifelsfrei und klar.
Was also ist all dies?
Hosshin
Da ich geboren wurde
muß ich sterben,
nun denn...
Kisei
Ich wurde nicht geboren, und ich sterbe nicht.
Wolken treiben unter hohen, weiten Himmeln,
Und der Mond kreist auf Millionen Meilen langer Bahn.
Yakuo Tokuken
Heute wird
mein Geburtstag sein,
im Nirvana
Joseki
Was blüht, vergeht,
das ist der Weg aller Dinge
in dieser Welt der Blumen.
Kiko
Die Oberfläche
des Wassers
spiegelt viele Dinge.
Masumi Kato
Zeit zu gehen...
Es ist eine lange Reise, sagt man:
Robenwechsel
Roshu
Keinen einzigen Augenblick
verweilen die Dinge -
Bäume voller Farben.
Seiju
Ich bin durch diese Welt
hindurchgegangen - ein Leben
mit Mond, Schnee und Blumen.
Sharyu
Heute wird
mein Geburtstag sein,
im Nirvana
Joseki
