Baum mit einem aufgemaltem Kreuz
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Eine Sammlung von Trauertexten und Trauersprüchen

Die Liebe hat sich gewandelt:
Sie ist nun unendlich zart
und doch so stark,
still
und dennoch voller Lebendigkeit,
fern,
aber in jedem Augenblick gegenwärtig;
sie ist geheimnisvoll
und doch ganz klar,
rein und frei
von allen Dingen dieser Welt.
Nun ist sie daheim
in der Geborgenheit des Herzens,
im Schutze der Erinnerungen:
unantastbar,
unbesiegbar,
unverlierbar.
Irmgard Erath

Abschiednehmen
sich trennen
aufgeben
einen Teil von sich selbst
etwas dem Wind überlassen
den Fluten
dem Wasser
das Sterben lernen
jeden Tag ein wenig
für das Neue
das folgt

Und die Liebe ist unsterblich
und der Tod nur ein Horizont
und ein Horizont ist nur
die Grenze unseres Blickes
www.trauer-um-florian.de

Ich gehe langsam aus dieser Welt heraus
und was ich war und was ich bin und was ich bleibe
geht mit mir ohne Ungeduld und Eile
in ein noch nicht betretenes Land
Hans Sahl

Eine Wolke weiß nicht,
warum sie sich in einer gewissen Richtung
und mit genau dieser Geschwindigkeit bewegt.
Sie spürt einen inneren Drang und weiß,
wo der richtige Ort liegt.
Aber der Himmel kennt den Grund und das Muster,
dem alle Wolken folgen.
Und auch du wirst das erfahren
wenn du dich hoch genug in die Lüfte erhebst
um hinter den Horizont zu blicken.
www.trauer-um-florian.de

stern1

Nur durch die Liebe und den Tod
berührt der Mensch das Unendliche.
Alexandre Dumas

In dem Moment, in dem man erkennt,
dass den Menschen, den man liebt,
die Kraft zum Leben verlässt,
…wird alles still.

Jeder Tag ist der Anfang des Lebens.
Jedes Leben der Anfang der Ewigkeit
Rainer Maria Rilke

Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus,
gleitet über stille Seen, Felder und Wälder
dem Licht entgegen.

Darin nämlich täuschen wir uns,
dass wir den Tod vor uns sehen:
ein großer Teil des Todes ist schon vorbei.
Alles, was von unserem Leben hinter uns liegt,
gehört ihm.
Seneca

stern2

Auch der schönste Sommer will
einmal Herbst und Welke spüren,
Halte, Blatt, geduldig still,
wenn der Wind dich will entführen.
Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
lass es still geschehn,
lass vom Wind, der dich bricht,
dich nach Hause wehen.
Hermann Hesse

Erinnerungen sind kleine Sterne,
die tröstend in das Dunkel unserer Trauer leuchten.
Irmgard Erath

Der Tod ist die uns zugewandte Seite
jenes geheimnisvollen Ganzen,
dessen andere Seite die Auferstehung ist.
Romano Guardini

Alles hat seine Zeit.
eine Zeit, geboren zu werden, eine Zeit zu sterben;
eine Zeit zu suchen, eine Zeit zu verlieren;
eine Zeit zu lachen, eine Zeit zu weinen;
eine Zeit zu reden, eine Zeit zu schweigen;
eine Zeit, beisammen zu sein;
eine Zeit, sich zu trennen.

Der Tod ist nicht das Ende,
nicht die Vergänglichkeit,
der Tod ist nur die Wende,
Beginn der Ewigkeit.

stern3

Zu meiner Todesstunde
wünsche ich mir,
leise gehen zu dürfen,
ruhig einzutauchen in das Licht,
von dem ich manchmal träume.
Margot Bickel

Alles hat seine Zeit,
es gibt eine Zeit der Freude,
eine Zeit der Stille,
eine Zeit des Schmerzes, der Trauer
und eine Zeit der dankbaren Erinnerung.

Was aber dem Leben Sinn verleiht,
gibt auch dem Tod Sinn.
Es ist leicht zu sterben,
wenn es in der Ordnung der Dinge liegt.
Antoine de Saint-Exupéry

Die Erinnerung ist ein Fenster,
durch das ich Dich sehen kann,
wann immer ich will.

Den Weg, den Du vor Dir hast,
kennt keiner.
Nie ist ihn einer so gegangen,
wie Du ihn gehen wirst.
Es ist Dein Weg.

stern4

Der Tod ist ein Schritt über den Horizont.
Der Horizont ist nicht die Grenze des Seins,
sondern die Grenze des Sehens.

Liebe und Erinnerung ist das, was bleibt,
lässt viele Bilder vorüberziehen,
uns dankbar zurückschauen
auf die gemeinsam verbrachte Zeit.

Glückliche Jahre
voller Trauer, weil sie vorüber,
voller Dankbarkeit, dass sie gewesen.

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten wohl nicht vollbringen
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.
Rainer-Maria Rilke

Wir waren verschworen, wären füreinander gestorben,
haben den Regen gebogen, uns Vertrauen geliehen.
Wir haben versucht, auf der Schussfahrt zu wenden,
nichts war zu spät, aber vieles zu früh.
Herbert Grönemeyer

stern5

Ich bin nur eine kleine Welle auf dem Ozean.
Die Welle kommt und geht.
Der Ozean bleibt, ist immer da.

Was man tief in seinem Herzen besitzt,
kann man nicht durch den Tod verlieren.
Joh. Wolfgang v. Goethe

Jeder stirbt,
aber keiner ist tod.
tibetanisches Sprichwort

Das einzig Wichtige im Leben
sind die Spuren von Liebe,
die wir hinterlassen,
wenn wir gehen.
Albert Schweitzer

Aufhebung

Sein Unglück
ausatmen können

tief ausatmen,
so daß man wieder
einatmen kann

Und vielleicht auch sein Unglück
sagen können in Worten
in wirklichen Worten
die zusammenhängen
und Sinn haben
und die man selbst noch
verstehen kann
und die vielleicht sogar
irgendwer sonst versteht
oder verstehen könnte

Und weinen können

Das wäre schon
fast wieder
Glück
Erich Fried

stern6

Ich glaube, daß wenn der Tod unsere Augen schließt,
wir in einem Lichte stehn, von welchem unser
Sonnenlicht nur der Schatten ist.
Arthur Schopenhauer

Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann,
steht in den Herzen seiner Mitmenschen.
Albert Schweitzer

Niemand kennt den Tod, es weiß auch keiner,
ob er nicht das größte Geschenk für den Menschen ist.
Dennoch wird er gefürchtet, als wäre es gewiß,
daß er das schlimmste aller Übel sei.
Sokrates

Von guten Mächten wunderbar geborgen
Erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
Und ganz gewiß an jedem neuen Tag.
Dietrich Bonhoeffer

Die Liebe ist stärker als der Tod
und die Schrecken des Todes.
Allein die Liebe erhält
und bewegt unser Leben.
Iwan Turgenjew

stern7

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir wollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde.
Hermann Hesse

Unser Leben ist der Fluss,
der sich ins Meer ergießt,
das „Sterben“ heißt.
Federico García Lorca

Leuchtende Tage.
Nicht weinen, dass sie vorüber.
Lächeln, dass sie gewesen!
Konfuzius

Der Tod ist der Grenzstein des Lebens,
aber nicht der Liebe.

Trennung ist unser Los,
Wiedersehen unsere Hoffnung
... und alles Getrennte findet sich wieder.

stern8

Menschen treten in unser Leben
und begleiten uns eine Weile.
Einige bleiben für immer,
denn sie hinterlassen ihre Spuren
in unseren Herzen.

Und sterben wir,
so trägt ein Strom
uns leuchtend
in ein Meer
von Licht.

Bedenke stets, dass alles vergänglich ist
dann wirst du im Glück nicht so friedlich
und im Leid nicht so traurig sein.

Nicht gestorben - nur vorangegangen.

Das Schönste, was ein Mensch hinterlassen kann,
ist ein Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken.

stern9

Wenn wir aus dieser Welt durch Sterben uns begeben,
So lassen wir den Ort, wir lassen nicht das Leben.
Nikolaus Lenau

Da ist ein Land der Lebenden und ein Land der Toten.
Und die Brücke zwischen ihnen ist die Liebe -
das einzig Bleibende, der einzige Sinn.
Thornton Wilder

Betrachte den Tod als Heimkehr.
Konfuzius

Ich gehe langsam aus der Welt heraus
in eine Landschaft jenseits aller Ferne
und was ich war und bin
und immer bleiben werde
geht mit mir ohne Ungeduld und Eile
in ein bisher noch nicht betret´nes Land.
Hans Sahl

Die Bande der Liebe
werden mit dem Tod nicht durchschnitten.
Thomas Mann

stern10

Auf den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit dahin.
Jean de La Fontaine

Im Meer des Lebens,
Meer des Sterbens,
in beiden müde geworden,
sucht meine Seele den Berg,
an dem alle Flut verebbt.
Japan, 7. Jahrhundert

Wer einen Fluß überquert
muß die eine Seite verlassen.
Mahatma Gandhi

Wenn jemand Dir erzählt,
dass die Seele mit dem Körper zusammen vergeht
Und dass das, was einmal tot ist, niemals wiederkommt,
so sage ihm:
Die Blume geht zugrunde, aber der Samen bleibt zurück
Und liegt vor uns, geheimnisvoll, wie die Ewigkeit des Lebens.
Khalil Gibran

Nicht alle Schmerzen sind heilbar,
denn manche schleichen sich tiefer ins Herz hinein,
und während die Tage verstreichen, werden sie Stein.
Du lachst und sprichst, als wenn nichts wäre,
sie scheinen geronnen zu Schaum,
doch Du spürst ihre lastende Schwere bis in den Traum.
Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,
die Welt wird ein Blumenmeer,
aber in Deinem Herzen ist eine Stelle, die blüht nicht mehr.
Ricarda Huch

stern11

Ein Stern verlischt
wie ein Leben in der Menge von Milliarden Menschen.
Und jeder Stern, jeder Mensch ist ein Universum.
Wenn er stirbt, stirbt alles.
Und alles geht weiter

Das Sichtbare ist vergangen,
es bleibt das Leben.

Erinnerungen, die unser Herz berühren,
gehen niemals verloren.

Jeder Augenblick im Leben
ist ein Schritt zum Tode hin.
Pierre Corneille

Und meine Seele spannte,
weit ihre Flügel aus.
Flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.
Josef von Eichendorff

stern12

Und wenn du dich getröstet hast,
wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.
Du wirst immer mein Freund sein.
Du wirst dich daran erinnern,
wie gerne du mit mir gelacht hast.
Antoine de Saint-Exupéry

Und es wird dir Schmerz bereiten,
es wird aussehen, als wäre ich tot,
und das wird nicht wahr sein...

Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es sein, als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.
Du allein wirst Sterne haben, die lachen können.

Und wenn du dich getröstet hast,
wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.
Du wirst Lust haben, mit mir zu lachen.
Und deine Freunde werden erstaunt sein,
wenn sie sehen, dass du den Himmel anblickst und lachst.
Antoine de Saint Exupéry

Ich gehe meinen Weg
vertrauend darauf,
dass er mich nicht an ein Ende,
sondern an das Ziel führt.

stern13

Was wir ausstrahlen in die Welt,
die Wellen, die von unserem Sein ausgehen,
das ist es, was von uns bleiben wird,
wenn unser Sein längst dahingegangen ist.
Viktor E. Frankl

Die Raupe nennt es das Ende
Der Rest der Welt - Schmetterling

Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken riechen.
Novalis

Niemand kennt den Tod;
es weiß auch keiner,
ob er nicht das größte Geschenk für den Menschen ist.
Dennoch wird er gefürchtet, als wäre es gewiss,
dass er das Schlimmste aller Übel sei.
Sokrates

Ich glaube,
dass wenn der Tod unsere Augen schliesst,
wir in einem Lichte stehn,
von welchem unser Sonnenlicht nur Schatten ist.
Arthur Schopenhauer

stern14

In mir ist es finster - aber bei dir ist das Licht.
Ich bin einsam - aber du verlässt mich nicht.
Ich bin kleinmütig - aber bei dir ist Hilfe.
Ich bin unruhig - aber bei dir ist Friede.
In mir ist Bitterkeit - aber bei dir ist Geduld.
Ich verstehe deine Führung nicht –
aber du weißt den Weg für mich.
Dietrich Bonhoeffer

Nicht die Jahre in unserem Leben zählen,
sondern das Leben in unseren Jahren.
A.E. Stevenson

Denk dir ein Bild:“weites Meer“.
Ein Segelschiff setzt seine weißen Segel
und gleitet hinaus in die offene See.
Du siehst, wie es kleiner wird.
Wo Wasser und Himmel sich treffen, verschwindet es.
Da sagt jemand: „Nun ist es gegangen.“
Ein anderer sagt: „Es kommt.“
Der Tod ist ein Horizont, als die Grenze unseres Sehens.
Wenn wir um einen Menschen trauern,
freuen sich andere, ihn hinter der Grenze wiederzusehen.

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewißheit,
dass etwas einen Sinn hat,
egal wie es ausgeht.
Vaclav Havel

Wir wollen nicht trauern,
dass wir dich verloren haben,
sondern dankbar sein dafür,
dass wir dich gehabt haben,
ja auch jetzt noch besitzen,
denn wer heimkehrt zum Herrn,
bleibt in der Gemeinschaft der Gottesfamilie
und ist nur vorausgegangen.
Hieronymus

stern15

Hier auf dieser Erde haben wir das Bild und die Gestalt des irdischen Menschen getragen.
In der Auferstehung werden wir das Bild und die Gestalt des himmlischen Menschen gewinnen:
das Bild Gottes.
Aus 1. Korinther 15

Hier geht die Sonne unter und es wir dunkel, doch dort geht sie auf und vergoldet alles mit ihrem Schein.

Einmal öffnet sich die Tür,
und ich steh nicht mehr im Dunkeln,
steh im Saal, da ohne Zahl Sterne tausendstrahlig funkeln.
Klage nicht, mein Herz, vertrau,
einmal wird sich alles wenden.
Einer hält wie alle Welt, so auch mich in seinen Händen.
Gerhard Fritzsche

Überall sind Spuren deines Lebens,
Gedanken, Bilder, Augenblicke und Gefühle.
Sie werden uns immer an dich erinnern.

Alles hat seine Zeit,
sich begegnen und verstehen,
sich halten und lieben,
sich loslassen und erinnern.

stern16

Nicht das Freuen, nicht das Leiden
stellt den Wert des Lebens dar,
immer nur wird das entscheiden,
was der Mensch dem Menschen war.

Alles verändert sich, aber dahinter ruht ein Ewiges.
Goethe

Jeder Abschied ist die Geburt einer Erinnerung.
Salvador Dali

Und manchmal,
während wir so schmerzhaft reifen,
dass wir beinahe daran sterben,
erhebt sich aus allem, was wir nicht begreifen,
ein Gesicht und sieht uns strahlend an.
Rainer Maria Rilke

Es gibt nichts,
was die Abwesenheit eines geliebten Menschen
ersetzen kann.
Je schöner und voller die Erinnerung,
desto härter die Trennung,
aber die Dankbarkeit schenkt in der Trauer
eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne
wie ein kostbares Geschenk in sich.
Dietrich Bonhoeffer

stern17

Das Leben endet, die Liebe nicht.

Der Tod kommt nur einmal,
und doch macht er sich in allen Augenblicken
des Lebens fühlbar.
Es ist herber, ihn zu fürchten, als ihn zu erleiden.
Jean de La Bruyère

Wechselnde Pfade, Schatten und Licht,
alles ist Gnade, fürchte dich nicht.

Öffne unsere Herzen, damit wir erkennen,
dass Du das Leben und die Wahrheit bist.

Man sieht die Sonne langsam untergehen,
und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel ist.

stern18

Ich bin nicht tot, ich tausche nur Räume,
ich leb in euch und geh durch eure Träume.

Der Tod ist das Tor zum Licht
am Ende eines mühsam gewordenen Lebens.
Franz von Assisi

Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung
in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.
Dietrich Bonhoeffer

Wohin gehen wir?
Nach Hause!
Novalis

Sterben ist das Auslöschen der Lampe im Morgenlicht,
nicht das Auslöschen der Sonne.
Rabindranath Tagore

stern19

Der Tod löscht das Licht des Lebens aus,
aber niemals das Licht der Liebe.
Irmgard Erath

Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Dietrich Bonhoeffer

Des Menschen Seele gleicht dem Wasser -
zum Himmel steigt es und hernieder zur Erde.

Der Tod ist die uns zugewandte Seite jenes Ganzen,
dessen andere Seite Auferstehung heißt.
Guardini

Von allen Seiten umgibst Du mich
und hälst Deine Hand über mir.
Psalm 139,5

stern20

Der Tod ordnet die Welt neu,
scheinbar hat sich nichts verändert,
und doch ist die Welt für uns ganz anders geworden.

Es nimmt der Augenblick, was Jahre geben.
J.W.v. Goethe

Ein jeder steht allein auf dem Herzen der Erde
getroffen von einem Sonnenstrahl
und schon ist es Abend.
Salvatore Quasimodo

Was wir bergen in den Särgen ist das Erdenkleid,
was wir lieben, ist geblieben, bleibt in Ewigkeit.
J.W. von Goethe

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang der Welt,
die unsichtbar sich um uns weitet.

stern21

Wahrlich, keiner ist weise,
der nicht das Dunkel kennt,
das unentrinnbar und leise
von allen ihn trennt.
Hermann Hesse

Inneres Glück
ist nicht von materiellen Umständen abhängig.
Es wurzelt in unserem Geist.
Dalai Lama

Wer der Sonne entgegengeht,
lässt die Schatten hinter sich.

Jedes Lächeln, jedes Wort, jeder Schritt, jede Träne,
jedes Schweigen, jedes Zögern
ist nur ein Tropfen im See des Lebens.
Aber der große See besteht aus vielen kleinen Tropfen,
von denen jeder einzelne bedeutsam ist.

Nimmer vergeht, was du liebend getan.

stern22

Befiehl dem Herrn deine Wege
und hoffe auf Ihn;
er wird‘s wohl machen.
Psalm 37,5

Wir sind von Gott umgeben,
auch hier in Raum und Zeit
und werden sein und leben
in Gott in Ewigkeit.
Arno Pötzsch

Die schwersten Wege werden allein gegangen
Die Enttäuschung, der Verlust,
das Opfer sind einsam.
Alle Vögel schweigen.
Man hört nur den eigenen Schritt,
den der Fuß noch nicht gegangen ist,
aber gehen wird.
Stehenbleiben und Umdrehen hilft nicht.
Es muss gegangen sein.
Hilde Domin

Seht die Wolken am Himmel ziehen,
schaut ihnen zu und denkt an mich,
das Leben war doch nur geliehen,
und eine Wolke – das bin ich.
Heinz Rickal

Schick mir keinen Engel der alle Dunkelheit bannt
aber einen der mir ein Licht anzündet
Schick mir keinen Engel der alle Antworten kennt
aber einen der mit mir die Fragen aushält
Schick mir keinen Engel der allen Schmerz wegzaubert
aber einen der mit mir Leiden aushält
Schick mir keinen Engel der mich über die Schwelle trägt
aber einen der in dunkler Stunde noch flüstert
Fürchte dich nicht

stern23

Es gibt Schicksalsschläge im Leben
zu denen man keine Worte findet.

Manchmal bist du in unseren Träumen,
oft in unseren Gedanken
und immer in unseren Herzen.

Menschen, die man liebt
sind wie Sterne.
Sie können funkeln und leuchten
noch lange nach ihrem Erlöschen.

In mir ist es finster - aber bei dir ist das Licht.
Ich bin einsam - aber du verlässt mich nicht.
Ich bin kleinmütig - aber bei dir ist Hilfe.
Ich bin unruhig - aber bei dir ist Friede.
In mir ist Bitterkeit - aber bei dir ist Geduld.
Ich verstehe deine Führung nicht –
aber du weißt den Weg für mich.
Dietrich Bonhoeffer

Erinnerungen erzählen von Liebe,
von Nähe und all dem Glück,
das wir durch einen geliebten Menschen erfahren durften.
Erinnerungen gehen nicht
ohne das Versprechen wiederzukehren,
wenn unser Herz sie ruft.

stern24

Denk dir ein Bild:“weites Meer“.
Ein Segelschiff setzt seine weißen Segel und gleitet hinaus in die offene See.
Du siehst, wie es kleiner wird.
Wo Wasser und Himmel sich treffen, verschwindet es.
Da sagt jemand: „Nun ist es gegangen.“
Ein anderer sagt: „Es kommt.“
Der Tod ist ein Horizont, als die Grenze unseres Sehens.
Wenn wir um einen Menschen trauern,
freuen sich andere, ihn hinter der Grenze wiederzusehen.

Hier auf dieser Erde haben wir das Bild und die Gestalt des irdischen Menschen getragen.
In der Auferstehung werden wir das Bild und die Gestalt des himmlischen Menschen gewinnen:
das Bild Gottes.
Aus 1. Korinther 15

Hier geht die Sonne unter
und es wir dunkel,
doch dort geht sie auf
und vergoldet alles mit ihrem Schein.

Liebet einander,
liebet und wisst,
dass Gott Liebe ist.

Es ist vorbei.
Ganz ruhig bin ich jetzt.
Erlöst, befreit, mir selbst zurückgegeben.
Kein Wunsch, kein Wollen,
nichts mehr, was verletzt.
Gestorben bin ich nur zu neuem Leben.

stern25

Unsere Liebe schicken wir in deine Welt,
unsere guten Gedanken, unsere Erinnerungen,
unser Verzeihen, unser Hoffen und Sehnen,
unsere Tränen auch, unser Lachen und unseren Dank.

Die Zeit heilt nicht alle Wunden,
sie lehrt uns nur,
mit dem Unbegreiflichen zu leben.

Von dem Menschen, den wir lieben,
wird immer etwas in unseren Herzen bleiben:
etwas von seinen Träumen,
etwas von seiner Hoffnung,
etwas von seinem Leben,
alles von seiner Liebe.

Der Tod ist nicht der Untergang,
der alles aufhebt und zerstört,
sondern eine Wanderung und
der Beginn eines anderen Lebens,
welches ein Ende nicht hat.
Auf Grund der Übereinstimmung
aller Volker halten wir dafür,
dass die Seelen weiterleben.
Cicero

So, wie ein Blatt vom Baum fällt,
so geht ein Mensch aus dieser Welt
und alle Vögel singen weiter.
Matthias Claudius

stern26

Menschenleben sind wie Blätter,
die lautlos fallen.
Man kann sie nicht aufhalten
auf ihrem Weg.

Später, wenn...
später, wenn Stunden leiser in Tage fallen,
Krankheit zur Stille zwingt,
später, wenn Füße zu kraftlos und müde sind,
der Abwechslung nachzujagen,
später, wenn plötzlich vieles verstummt,
alles Gute zerrinnt,
dann wird sich manch einer fragen,
warum haben wir nicht damals erkannt,
dass später gleich beginnt.
Ich hätte früher aufgehört,
später zu sagen.

Lass die Trauer bei dir sein,
bis die Zeit dich behutsam
aus ihrer Umarmung löst.
Irmgard Erath

Gärten sind die zärtlichsten Spuren,
die Menschen hinterlassen können.

Niemand kennt den Tod und niemand weiß,
ob er nicht für den Menschen das allergrößte Glück ist.
Sokrates

stern27

Mich lässt der Gedanke an den Tod in völliger Ruhe.
Ist es doch so, wie mit der Sonne,
wir sehen sie am Horizont untergehen,
aber wir wissen, dass sie „drüben“ weiterscheint.
Goethe

Jenseits von Richtig und Falsch gibt es einen Ort.
Dort treffen wir uns.
Rumi

Niemand weiß,
woher es kommt und wohin es geht.
Das Leben ist von kurzer Dauer
und unabwendbar ist das Sterben.
Ob jung, ob alt, ob froh, ob schmerzgeplagt,
alle Wesen gehen dahin.
Nichts was lebt,
entgeht der Krankheit, dem Alter und dem Tod.

Einen Menschen zu lieben heißt,
ihn so zu sehen,
wie Gott ihn gemeint hat.
Dostojewski

Trauer ist Liebe, die heimatlos geworden ist.

stern28

Freundschaft ist die Hochzeit der Seelen
Voltaire

Das, worauf es ankommt,
können wir nicht vorausberechnen.
Die schönste Freude erlebt man immer da,
wo man sie am wenigsten erwartet.
Antoine de Saint Exupéry

Wenn du mich in deinem Herzen suchst,
wirst du zuletzt mit mir vereinigt sein.
Bhagavad Gita

Das Unsterbliche wird von der Welt verschleiert.
Der Geist des Lebens ist das Unsterbliche.
Upanishaden

Alles ist Werden, Sein und Vergehen.

stern29

Es gibt Momente im Leben,
da steht die Welt für einen Augenblick still
und wenn sie sich weiter dreht,
ist nichts mehr wie es war.

Ich lebe im Hier und Jetzt und fühle den Augenblick,
verstehe mich selbst –
Als Teil des Ganzen –
Gleich einer Träne im Meer.

Auf meinem Weg habe ich dich getroffen,
du berührtest mein Herz.

Ein Traum, ein Traum nur
Ist unser Leben auf Erden hier.
Wie Schatten auf den Wogen
Schweben und scheiden wir.
Und messen unsere kurzen
Lebensschritte nach Zeit und Raum.
Und sind, wir wissen´s kaum –
Inmitten aller Ewigkeit.

Unausdenkbar ist ein Beginn des ewigen Daseins.
Ein Ende der Daseinsrunden ist nicht zu erkennen.
Es ist ein ewiges Werden und Vergehen.

stern30

Fortgehen ins Unbekannte und Namenlose
heißt doch auch, die Last des Daseins
und die Leiden des Daseins abgeworfen zu haben.

Nichts ist beständiger als der Wandel.
Heinrich Heine

Das Leben der sterblichen Wesen kommt
und es geht wieder.

Alles Wachsen ist ein Sterben,
jedes Werden ein Vergehen.
Alles Lassen ein Erleben,
jeder Tod ein Auferstehn.
Tagore

Alles was schön ist, bleibt auch schön,
auch wenn es welkt.
Und unsere Liebe bleibt Liebe,
auch wenn wir sterben.
Maxim Gorki

stern31

Bedenke stets, dass alles vergänglich ist
dann wirst du im Glück nicht so friedlich
und im Leid nicht so traurig sein.
Sokrates

Das Leben ist ein Geschenk,
das wir verdienen,
indem wir es hingeben.
Tagore

Die Geburt und der Tod sind wie ein Tor:
Hier kommt der Geist - da geht er.

Das Leben ist kurz,
aber doch von unendlichem Wert,
denn es birgt den Keim
der Ewigkeit in sich.
Franz von Sales

Dem Leben sind Grenzen gesetzt,
die Liebe ist grenzenlos.

stern32

Der Gedanke an die Veränderlichkeit aller Dinge
ist ein Quell unendlichen Leids
und ein Quell unendlichen Trostes.
Marie von Ebner-Eschenbach

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nicht mangeln,
und ob ich schon wandere
im finsteren Tal,
fürchte ich kein Unglück,
denn du bist bei mir.
Ps. 23

Der Tod kann auch Erlösung sein.

Ich setzte den Fuss in die Luft und sie trug.
Hilde Domin

Die Größe eines Flusses wird
erst an seiner Mündung begriffen
nicht an seiner Quelle.

stern33

Du warst mein Papa.
Papa ich vergess dich nicht.
Wenn mein Glücksstern sinkt,
nichts mehr gelingt,
seh' ich im Nebel dein Gesicht.
Trude Herr

Einschlafen dürfen, wenn man müde ist,
und eine Last fallen lassen dürfen,
die man sehr lange getragen hat,
das ist eine köstliche, eine wunderbare Sache.
Hermann Hesse

Entreiß Dich, Seele, nun der Zeit.
Entreiß Dich Deine Sorgen.
Und mache Dich zum Flug bereit.
In den ersehnten Morgen.
Hermann Hesse

Erst, wenn dein begehrender Wille,
dankbar zum Schweigen gebracht,
vernimmst du die Stimme der Stille,
die großen Gespräche der Nacht.

Ich sterbe nicht, ich trete ins Leben ein.
Theresia von Lisieux

stern34

Niemals geht man so ganz,
ein Teil von dir bleibt hier.
Bläck fööss

Siehe, ich bin bei euch alle Tage
bis an der Welt Ende.
Matthäus 28,20

Sie ist nun frei
und unsere Tränen
wünschen ihr Glück.
Goethe

Mich läßt der Gedanke an den Tod in völliger Ruhe,
denn ich habe die feste Überzeugung,
daß unser Geist ein Wesen ist ganz unzerstörbarer Natur;
es ist ein fortwirkendes von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Es ist der Sonne ähnlich,
die bloß unsern irdischen Augen unterzugehen scheint,
die aber eigentlich nie untergeht,
sondern unaufhörlich fortleuchtet.
Goethe

Leben heißt bereit sein
irgendwann zu sterben.
Lieben heißt bereit sein
irgendwann Abschied zu nehmen.

stern35

Tot ist überhaupt nichts:
Ich glitt lediglich über in den nächsten Raum.
Ich bin ich, und ihr seid ihr.
Warum sollte ich aus dem Sinn sein,
nur weil ich aus dem Blick bin?
Was auch immer wir füreinander waren,
sind wir auch jetzt noch.
Spielt, lächelt, denkt an mich.
Leben bedeutet auch jetzt all das,
was es auch sonst bedeutet hat.
Es hat sich nichts verändert,
ich warte auf euch,
irgendwo
sehr nah bei euch.
Alles ist gut.
Annette von Droste-Hülshoff

Was wir ‚Ich' nennen,
ist nur eine Schwingtür,
die sich bewegt,
wenn wir einatmen und ausatmen.
Shunryu Suzuki

Wer weiß im Winter,
ob er den Frühling sehen wird?
Warte nicht auf die Blüte,
sondern nimm den knospenden Zweig.
Murusaki Shikibu

Den Schmerz bezwinge, der um Formen trauert,
gedenke dessen, was ewig dauert.
Der Glockengießer, der sein Werk vollbringt,
zerstört die Form – und seine Glocke klingt.
So auch zerstört mit seinem Schwingenschlag
der Tod die Form, auf dass die Seele tönen mag.
Manfred Kyber

Ich bin von euch gegangen,
nur für einen kurzen Augenblick und gar nicht weit.
Wenn ihr dahin kommt, wohin ich gegangen bin,
werdet ihr euch fragen, warum ihr geweint habt.
Lao-Tse

stern36

Wenn es eine Blume gibt,
welche nur eine einzige Nacht blüht,
so erscheint uns ihre Blüte nicht minder prächtig.
Sigmund Freud
(schöner Trauertext für Sternenkinder oder Kinder,
die kurz nach der Geburt gestorben sind)

Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.
Rainer Maria Rilke

Alles was schön ist, bleibt auch schön,
auch wenn es welkt.
Und unsere Liebe bleibt Liebe,
auch wenn wir sterben.

Trauern ist liebevolles Erinnern.

Der Wechsel allein ist das Beständige.
Arthur Schopenhauer

Ich werde fortgehn, Kind. Doch Du sollst leben
Und heiter sein. In meinem jungen Herzen
Brannte das goldne Licht. Das hab ich Dir gegeben,
Und nun verlöschen meine Abendkerzen.
Das Fest ist aus, der Geigenton verklungen,
Gesprochen ist das letzte Wort.

Bald schweigt auch sie, die dieses Lied gesungen.
Sing Du es weiter, Kind, denn ich muss fort.
Den Becher trank ich leer, in raschem Zug
Und weiß, wer davon kostete, muss sterben …
Du aber, Kind, sollst nur das Leuchten erben
Und all den Segen, den es in sich trug:
Mir war das Leben wie ein Wunderbaum,
von dem in Sommernächten Psalmen tönen.
- Nun sind die Tage wie ein geträumter Traum;
Und alle meine Nächte, alle – Tränen.
Ich war so froh. Mein Herz war so bereit.
Und Gott war gut. Nun nimmt er alle Gaben.

In Deiner Seele, Kind, kommt einst die Zeit,
soll, was ich nicht gelebt, Erfüllung haben.
Ich werde still sein, doch mein Lied geht weiter.
Gib Du ihm deinen klaren, reinen Ton.
Du sei ein großer Mann, mein kleiner Sohn.
Ich bin so müde – aber Du sei heiter.
Mascha Kaléko ~ Letztes Lied

stern37

Niemand ist fort, den man liebt,
denn Liebe ist ewige Gegenwart.
Stefan Zweig

Ein guter, edler Mensch, der mit uns gelebt,
kann uns nicht genommen werden,
er lässt eine leuchtende Spur zurück
gleich jenen erloschenen Sternen,
deren Bild noch nach Jahrhunderten
die Erdbewohner sehen.
Thomas Carlyle

Ich wünsche dir, dass dich in der Nacht
Ein Engel leise berührt,
dass er helle Bilder mit den Quellen des Lichts
in deiner Seele in Berührung bringt,
damit die Zukunft dir
mit Freude und Frieden entgegenströmt.
Ch. Spilling-Nöker

Ich wünsche Euch einen Himmel voller Sterne…
Sterne, die glänzen, wenn ihr glücklich seid.
Sterne, die den Weg zeigen, wenn ihr nicht mehr weiter wisst.
Sterne, die leuchten, wenn es dunkel ist.
Sterne, nach denen ihr greifen könnt, wenn ihr fröhlich seid.
Sterne, die aus euch strahlen, wenn ihr zu anderen gut seid.
Ich wünsche euch einen Himmel voller Sterne,
Heute und an jedem Tag eures Lebens.
Christa Carina Kokol

Die Stille singt und ganz rein wird die Nacht.
Und Himmel und Welt sind als Ganzes gedacht.
Silja Walter

stern38

Wie ein Regenbogen
In den schönsten Farben der Sonne aufleuchtet,
um sich dann wieder in den Wolkenfeldern zu verlieren,
so leuchten Erinnerungen
am Firmament unserer Gedankenwelt auf,
in den zartesten Farben der Vergangenheit,
um dann wieder in unsere Seele zurück zu versinken.
Dem Tod gehört nur ein Augenblick,
der Liebe gehört Zeit und Ewigkeit.
Irmgard Erath

 

Aus:
Die Kunst des letzten Augenblicks
Todesgedichte japanischer Zenmeister
von Yoel Hoffmann

Klarer Himmel -
einst kam ich diesen Weg entlang,
Jetzt gehe ich ihn zurück.
Gitoku

Mit leeren Händen kam ich in diese Welt,
Barfuß verlasse ich sie.
Mein Kommen, mein Gehen -
Zwei einfache Ereignisse,
Ineinander verwoben.
Kozan Ichikyo

Die ganze eiskalte Nacht hindurch lag ich wach.
Beim Klang der Morgenglocken wurde mein Herz klar -
aus dieser fließenden Traumwelt erwacht die Morgenröte.
Shume

Da ich geboren wurde
muß ich sterben,
nun denn...
Kisei

Schau direkt vor dich. Was ist da?
Wenn du es siehst, wie es ist,
Wirst du nie fehlgehen.
Bassui Tokusho

Die Melodie des Nicht-Seins
Erfüllt die Leere:
Frühjahrssonne,
Schneesweiße,
Strahlende Wolken,
Reiner Wind
Daido Ichi´i

Einatmen, Ausatmen,
Vor, zurück,
Leben, Sterben:
Pfeile, einander entgegenfliegend,
Treffen sich halben Weges und durchdringen
Die Leere in absichtslosem Flug -
So kehre ich zurück zur Quelle
Gesshu Soko

Wenn es kommt - einfach so!
Wenn es geht - einfach so!
Kommen wie Gehen ereignet sich jeden Tag.
Die Worte, die ich jetzt spreche - einfach so!
Musho Josho

Wer kommt, weiß nur um sein Kommen,
Wer geht, weiß nur um sein Gehen.
Um Befreiung zu finden aus diesem Zwiespalt -
Warum sich festklammern am Kliff?
Wolken treiben tief,
Wissen niemals, wohin die Winde sie wehen.
Sengai Gibon

Die Wahrheit wird niemals
Von anderen erworben.
Du trägst sie immer
In dir.
Katsu

Ich wurde in diese Welt geboren,
Ich verlasse sie mit dem Tod.
Gizan Zenrai

Kommen, alles ist zweifelsfrei und klar.
Gehen, alles ist zweifelsfrei und klar.
Was also ist all dies?
Hosshin

Ich wurde nicht geboren, und ich sterbe nicht.
Wolken treiben unter hohen, weiten Himmeln,
Und der Mond kreist auf Millionen Meilen langer Bahn.
Yakuo Tokuken

Heute wird
mein Geburtstag sein,
im Nirvana
Joseki

Was blüht, vergeht,
das ist der Weg aller Dinge
in dieser Welt der Blumen.
Kiko

Die Oberfläche
des Wassers
spiegelt viele Dinge.
Masumi Kato

Zeit zu gehen...
Es ist eine lange Reise, sagt man:
Robenwechsel
Roshu

Keinen einzigen Augenblick
verweilen die Dinge -
Bäume voller Farben.
Seiju

Ich bin durch diese Welt
hindurchgegangen - ein Leben
mit Mond, Schnee und Blumen.
Sharyu

Heute wird
mein Geburtstag sein,
im Nirvana
Joseki